#1 Auswandern nach.... Kanada?! von bluedragon 07.04.2014 13:45

Servus zusammen,

ich interessiere mich sehr für Kanada als späteres Auswanderungsland, da ich mich in Deutschland wegen diverser Gründe stark eingeschränkt fühle. Versteht mich nicht falsch, ich finde meine Heimat sehr schön und komme aus Bayern, also einem wirklich schönen Flecken mit etwas mehr Naturnähe, aber die Politische und Gesellschaftliche Entwicklung/Situation sowie Gesetzliche Einschränkungen sowie mancher Menschenschlag widern mich immer mehr an.
Kanada ist, meiner aktuellen Meinung, deshalb die ideale Alternative, wegen Europäischer Kultur und Entwicklung gekoppelt mit fortschrittlichem Denken.

Ich bin relativ jung (26) und im Studium. Ich war noch nie in Kanada, hatte lediglich einige Erfahrungsberichte von Freunden und Kanadier. Es ist für mich kein "gelobtes Land" und ich möchte mich auch keinen Illusionen und Schönmalereien hingeben.
Möchte hier einige Informationen, Erfahrungen etc. sourcen und abwägen, ob sich ein Auswandern "lohnt" bzw. ob ich wirklich das erhofte mehr an Freiheit und Selbstverantwortung sowie plus an Gesellschaftlichem Leben erwarten darf bzw. bekomme.
Habe viele andere Länder der Erde bereißt und Skandinavien steht ebenfalls auf meiner "Auswanderliste".

Ich hoffe auf viel Imput und vielleicht Kontakte und gute Gespräche!

So far ;)

#2 RE: Auswandern nach.... Kanada?! von 07.04.2014 14:16

sowie mancher Menschenschlag widern mich immer mehr an


Vielleicht mal Deinen Solzialkreis aendern ? Erleutere mal genauer Dein solziales Problem ?

Schlage vor : mach erst mal laengeren Urlaub in Kanada , akzeptiere die , die anders handeln und denken und dadurch findest Du Dich selbst.

Ob sich Auswandern lohnt musst Du selbst rausfinden, steck Dir Ziele.

Die Einen wandern aus um Auszuwandern !

Die anderen wandern aus um Einzuwandern , das ist der Punkt, sie sind zwar ausgewandert aber viele von Ihnen sind bis dato noch nicht angekommen.

Wir hier einer schon schrieb, es gibt so Leute , da geht ER arbeiten , SIE sitzt daheim und schreibt einen blogg wie schoen Kanada doch ist.
Am abend kommen Deutsche Freund zum BBQ oder Knoedel mit Sauerkraut vielleicht wir ja mal ein Kanadier eingeladen.
Man schaut Deutsches TV und kotzt sich darueber aus wie schlecht DE ist und dazu trinkt man Dortmunder Bier, essen kauft man generell "nur" beim Deutschen Baecker und Metzger und ueberhaupt kann man den rest hier gar nicht fressen, alles zu Suess.

#3 RE: Auswandern nach.... Kanada?! von can-drive 07.04.2014 15:03

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@bluedragon , vielleicht ist es so , dass die Leute die dich in DE anwiedern , in Canaa nur eine andere Nationalitaet habe als in DE !? Lohnt sich eine Auswanderung ueberhaupt ? Wirtschaftlich ,finanziell da moechte ich sagen entweder du hast einen so aussergewohnlicchen Job dass man dich in Canada auseinanderreisst um dich zu bekommen . Ansonsten "lohnt" sich eine Auswanderung nach Canada nicht wirklich . Ich meine jetzt aus wirtschaftlicher Sicht . Du musst mehr arbeiten fuer weniger Geld . Es gibt nur begrenzt bezahlten Urlaub, Lohnfortzahlung bei Krankheit ist von den Benefits abhaengig . Und die soziale Absicherung ist hier auch eher begrenzt ,oder gar nicht vorhanden .
Sieht man das Gesamtpaket koennte man sagen , es "lohnt" sich , das arbeiten ist in den meisten Faellen relaxter und auch ohne Stress .Ist man gut , kann man sich sehr schnell hocharbeiten . Nur der "Bestandsschutz" wie in DE , ist man nur lange genug oben dann bleibt man auch da , den gibt es hier eher nicht . Man steigt schnell , kann aber noch schneller wieder abstuerzen .
Und soziale Kontakte in Canada zu knuepfen (in der gleichen Art wie in DE) ist sehr schwierig , vorallem in der Stadt . Ausser man sucht die Kontakte zu Landsleuten das ist dann schon wesentlich einfacher . Hier herrscht unter unseren Landsleuten zeitweise die Devise : Einmal gesehen , guter Bekannter ... zweimal gesehen guter Freund !
Was ich in Canada am meisten an den Menschen schaetze , hier zaehlt weder das Auto (die wenigsten wissen z.B. wieviel PS ihr gefaehrt hat) noch Klamotten sondern erst der Mensch . Man haelt sich Gegenseitig die Tuer auf und die Worte DANKE ,oder ENTSCHULDIGUNG werden hier noch benutzt . Auch die Hilfsbereitschaft ist unbeschreiblich , aber ich lebe auf dem Land !!!
Canada ist wie Deutschland ein sehr schoenes Land ... ABER fuer einen "deutsch denkenden" Menschen sehr gewoehnugsbeduerftig . Man erwartet hier zwar Arbeitskraefte aber keine Missionare ,das ist fuer manchen deutschen schwer zu begreifen . Viele suchen hier "ihr kleines Deutschland" , aber keiner wird es finden .
Die Buerokratie in Canada hat auch ganz schoen ihre Tuecken und ist i.d.R. seeeeeehhhrrrr viiiiiieeellll langsamer als in DE , aber natuerlich dafuer viel freundlicher .
Also ich finde die Frage ob sich eine Auswanderung LOHNT nicht beantwortbar , das muss jeder fuer sich selbst rausfinden und das birgt eben ein Risiko und ist sehr zeitaufwaendig .

Gruss Holger

#4 RE: Auswandern nach.... Kanada?! von Flieger vom Kloster 21 07.04.2014 17:37

[idee ]Holger, hast Du von mir abgeschrieben... So sieht es aus.

#5 RE: Auswandern nach.... Kanada?! von Harry and Ute 07.04.2014 18:01

Da du noch relativ jung bist, würde ich vorschlagen, du bewirbst dich für das W&T Visum für nächstes Jahr, verbringst mal ein Jahr in Kanada und dann überlegst du dir, ob eine Auswanderung lohnenswert ist.

#6 RE: Auswandern nach.... Kanada?! von Susann E. Welk 08.04.2014 01:34

Holger, sehr gut, genau so ist es!!
LG Susann

#7 RE: Auswandern nach.... Kanada?! von bluedragon 08.04.2014 04:11

Erstmal vielen Dank für´s Feedback!

@Soziales "Problem":
Habe ich keines. Super Familienzusammenhalt, ein vielseitiger und treuer Freundeskreis (bin ich stolz drauf ;) ) mit echten Charakteren.
Ich kann mich zu Hause und im Freundeskreis verschanzen, aber ich werde doch immer wieder auf die selben Probleme stoßen (die natürlich auch in den Sozialkreis eindringen): Statussymbole, Überschwänglicher Materialismus, Kadavergehorsam bzw. Abnicken, Schizophrene Ansichten. Ich würde mich als sehr tolerant bezeichnen - akzeptiere so gut wie jede Lebensweise - was ich nicht leiden kann ist allerdings die Art von Lebensweise, die eine Schneiße der Verwüstung in Sozialem Umfeld, Gesellschaft und Umwelt hinter sich herzieht sprich Narzismus. Der ist leider auf dem Vormarsch.
Ebenfalls stört mich: Maschinendenken - Fristen, Formulare, Unmenschliche Verwaltungsakte, Überregulierung und das Gefühl keine Verantwortung tragen zu dürfen, sondern überall eingeschränkt zu sein (man darf hier ja nicht mal noch im Wald zelten, ohne vorher etwas anzumelden). Überrationalisierungbzw. Fehlrationalisierung und der fehlende Bezug zu Mitmenschen und Natur. Zudem kommt noch die politische Lage, auf die ich nicht näher eingehen möchte.

Das macht mich trautig, aber nicht hoffnungslos und ich möchte es nicht schwärzer malen, als es ist, denn natürlich gibts auch sehr viel positives hier. Ich kann nicht sagen, wie es in Kanada ist, aber wie Holger es schon beschrieben hat, ich habe gehört, dass Charakter und Sein mehr zählen soll als Auto, Haus und Beruf. Es menschelt mehr und man ist eher in der Natur.
Zudem ist Kanada ein relativ sicheres Land. Niedrige Bevölkerungsdichte, geringe Gefahr von Naturkatastrophen, Politisch-Geographisch ruhig gelegen.

Wie gesagt, ich möchte mich keinen Träumen hingeben; ich werde natürlich mind. 2 Mal zum (längeren) Urlaub bzw. Arbeiten (siehe W&T) dorthin gehen.
Ich war dieses Jahr erst in Cuba, was mir auch sehr gefallen hat. (und ich nebenbei sehr viele Kanadier getroffen habe ;) ) War 3 Monate dort. Lediglich die schlechte Internetverbindung (musste Bewerbungen schreiben) und nach 2 Monaten zu viel Weißbrot haben mich "gestört". Luxusprobleme, die sich mit etwas Sonne oder Sport ohne weiteres in den Griff bekommen lassen ;)

Also im Bereich der Kulturellen Integrität zwecks Essen, Hobby und Co wird es definitiv nicht scheitern. Ich bin zwar heimatverbunden, aber ich habe keinerlei befürchtung, dass es am Brot, dem Fernsehprogramm oder der lahmen Bürokratie scheitert.

@Holger
nein, Menschen bleiben überall Menschen. Die meisten Menschen sind freundlich und nett und durchaus hilfsbereit, aber Neid, Habgier, Konsumsucht etc. lässt sie kalt und emotionslos agieren.
Nationalitäten sind mir eigentlich egal. Ich vermittle zwar durchaus "Deutsche Werte" und meine Kultur in der ich aufgewachsen bin (also eine Lederhosn ist für mich heimat und nebenbei wirklich praktisch), aber ich fühle mich in erster Linie als Erdenbürger und freue mich neue Kulturen, Bräuche und Lebensweisen zu er/kennenzulernen.
Ich würde denke ich das beste aus DEU und das beste aus CAN kombinieren.

@Job
genau, hier sehe ich einen Grund NICHT auszuwandern bzw. Probleme. Ich studiere Wirtschaftsingenieurwesen (Logistik; Bachelor of Eng.). Alternativ Offizierslaufbahn Militär (Frage: Gibt es, wie bei den Amerikanern, Greencards für eine Karriere im Militär?) - vermute nichts davon wird anerkannt, sprich ich muss entsprechende Prüfungen erneut machen oder ganz anders anfangen. Da muss ich mich erstmal einlesen!

Karriere steht bei mir nur bedingt im Mittelpunkt, soweit ich das aktuell sagen kann. Ich möchte Familie haben (und das sind wunschvorstellungen, denn dazu braucht man die richtige Frau und planbar ist das (zum glück) nicht) und habe viele Hobbys, die mich sehr erfüllen. Geld muss also nur soweit vorhanden sein, um entsprechendes zu finanzieren. Ich will nicht allzu viel besitzen und mich auf das nötigste Konzentrieren (was nicht bedeutet, dass ich auf dem Boden schlafe und nur ein Notebook habe ;) )

@Leute kennenlernen
Denke ich bin kein Soziallegasteniker und gehe gerne auf Menschen zu. Sollte klappen. Was ich eher als "Problem" sehe ist die Sache mit der passenden Frau. ;)
Ich bin kein Narzist, will also für andere da sein und Familie haben, sonst macht die Sache wenig Sinn. Bei der ganzen Auswanderungssache gibt es ja nicht nur mich, sondern auch meine Familie, Freunde und Co, die ich nicht aus der Rechnung streichen möchte!

Zitat
Also ich finde die Frage ob sich eine Auswanderung LOHNT nicht beantwortbar , das muss jeder fuer sich selbst rausfinden und das birgt eben ein Risiko und ist sehr zeitaufwaendig .


Ja, ob etwas sich lohnt kann nur in Abhängigkeit des erwünschten Zieles gesehen werden. Für mich würde es sich "lohnen" wenn ich dort mehr Potential in Sachen Gesellschaftlichem Zusammenhalt, individueller Freiheit (ich reite gerne, bin gerne draußen, liebe Wasser und Wald, mag wirkliche Wildnis, das Leben mit der Natur, Schießen) gepaart mit Verantwortung (über mich und meine Mitmenschen) vorfinden würde. Letztendlich wird das Risiko nie weggehen - aber das ist gut so, denn so ist das Leben.

Ich werde mich jetzt erstmal einlesen ;)

#8 RE: Auswandern nach.... Kanada?! von mattes 08.04.2014 04:30

Moin,

Zitat von bluedragon im Beitrag #8
Ich werde mich jetzt erstmal einlesen ;)
das ist eine sehr gute Idee!
Und Schritt #2 waer dann ein W&T Visum 2015.

Gruesse
mattes

#9 RE: Auswandern nach.... Kanada?! von dieAngie 15.01.2015 20:36

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@ bluedragon
Wow, das war mir ja fast aus der Seele gesprochen, nur in meiner Seele geht es nicht ganz so eloquent zu ;)
Sehr erfrischend sowas zu lesen.

Dein Beitrag ist ja schon etwas älter .. wie sieht es aus bei Dir? Wo bist du und was steht als Nächstes an?
Den Weg nicht aus den Augen lassen!

viel Glück,
die Angie

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